Paul Meilhats United by the Ocean gewann am 10. September 2026 die erste Ausgabe von The Ocean Race Atlantic. In Lorient betrug der Vorsprung auf Francesca Clapcichs 11th Hour Racing nur 8 Minuten und 56 Sekunden. Nach fast acht Tagen auf der Strecke von New York nach Frankreich entschied ein enges Duell entlang der französischen Küste über den Sieg.

Die Entscheidung fiel auf den letzten Seemeilen

Auf dem Atlantik hatten raue See und Bootsgeschwindigkeiten von mehr als 30 Knoten das Geschehen geprägt. Vor Lorient wartete eine andere Aufgabe: flaches Wasser, etwa 10 Knoten Wind und kleine Druckunterschiede, die den Ausgang bestimmen konnten.

Kojiro Shiraishis DMG MORI Global One hatte die Flotte zuvor 48 Stunden lang angeführt. Ein südlicherer Kurs brachte 11th Hour Racing am Morgen des 10. September an die Spitze. Anschließend überholte auch United by the Ocean das japanische Boot, und das Duell zwischen Meilhat und Clapcich begann.

Auf den letzten 10 Seemeilen zur Ziellinie nördlich der Île de Groix näherten sich die Kurse an. Die nördlichere Position von United by the Ocean gab schließlich den Ausschlag: Das französische Team erarbeitete sich etwa eine Seemeile Vorsprung und hielt ihn bis ins Ziel. Seine Gesamtzeit betrug 7 Tage, 23 Stunden, 39 Minuten und 11 Sekunden.

United by the Ocean unter Segeln vor Lorient.
United by the Ocean unter Segeln vor Lorient. © Vincent Curutchet / The Ocean Race

Ein weiterer Erfolg für Meilhats Boot

Meilhat hatte mit derselben Yacht, damals unter dem Namen Biotherm, bereits The Ocean Race Europe 2025 gewonnen. Nach seiner Einschätzung zeigten die schwierigen Wellen während der Atlantiküberquerung einige Grenzen des Bootes auf. Bei leichterem Wind und flachem Wasser blieb seine Geschwindigkeit jedoch eine Stärke. Die Vertrautheit der Crew mit dem Boot half, die Bedingungen im Finale zu nutzen.

Clapcich verband die Enttäuschung über den knapp verpassten Sieg mit Freude über die Aufholjagd. Nach rund 3.000 Seemeilen lagen die Rivalen so dicht beieinander, dass sie sich direkt beobachten konnten, statt sich nur auf Leistungsdaten zu verlassen.

11th Hour Racing nähert sich Lorient, während Zuschauer vom Ufer aus zusehen.
11th Hour Racing nähert sich Lorient, während Zuschauer vom Ufer aus zusehen. © Jean-Louis Carli / The Ocean Race

DMG MORI verteidigt Platz drei gegen Malizia

DMG MORI Global One sicherte sich den letzten Podiumsplatz mit 22 Minuten und 29 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Team Malizia erreichte das Ziel genau fünf Minuten später. Damit lagen die ersten vier Teams weniger als eine halbe Stunde auseinander.

Samantha Davies bezeichnete die Überquerung als wertvolle Vorbereitung auf DMG MORIs geplante Weltumsegelungskampagne 2027. Der hohe Leistungsdruck und die schwierige See stellten das Boot und die Kommunikation der internationalen Crew auf die Probe.

Die Crew von DMG MORI Global One feiert Platz drei.
Die Crew von DMG MORI Global One feiert Platz drei. © Vincent Curutchet / The Ocean Race

Malizias Aufholjagd war besonders bemerkenswert, weil ein Defekt an der Rake-Verstellung des Backbordfoils das Team seit der Mitte des Atlantiks behindert hatte. Cole Brauer beschrieb die Enttäuschung darüber, nach großem Rückstand wieder um das Podium zu kämpfen und es kurz vor dem Ziel zu verlieren. Die Crew hatte eine provisorische Reparatur vorgenommen und trotz Erschöpfung und rauer See weiter Druck gemacht.

Die Crew von Team Malizia nach der Atlantiküberquerung.
Die Crew von Team Malizia nach der Atlantiküberquerung. © Vincent Curutchet / The Ocean Race

Die ersten vier im Ziel am 10. September

Platz Team Rückstand auf den Sieger
1 United by the Ocean
2 Team Francesca Clapcich powered by 11th Hour Racing +8 min 56 s
3 DMG MORI Global One +22 min 29 s
4 Team Malizia +27 min 29 s

Embrace the Challenge und MSIG Europe waren noch auf See, als die Siegermeldung erschien. Die endgültige Wertung steht in unserem Bericht über MSIG Europes Ankunft und den Abschluss der Regatta.

Den Hintergrund dieses engen Finales liefert unser Rennbericht vom 9. September, 500 Seemeilen vor Lorient.

Quelle: Pressemitteilung von The Ocean Race vom 10. September 2026. The Ocean Race Atlantic.

Titelbild: © Vincent Curutchet / The Ocean Race.