Vier Teams hatten noch Siegchancen, als The Ocean Race Atlantic am 9. September 2026 die letzten 500 Seemeilen erreichte. DMG MORI Global One lag bei der ersten IMOCA-Atlantiküberquerung mit vollständigen Crews von New York nach Lorient vorn. Nach schnellen Reaching-Passagen deutete sich ein spannendes Finale bei weniger Wind an.
Dieser Bericht beruht auf der Mitteilung der Veranstalter vom 9. September. Die Positionen geben den Stand um 12:00 UTC dieses Tages wieder; das genannte Ankunftsfenster war die damalige Prognose.
Die Südroute zahlte sich für DMG MORI aus
Das japanische Team von Kojiro Shiraishi erreichte bei Südwind und flacher See fast 30 Knoten. Seine frühere Entscheidung, sich südlicher als die übrigen Spitzenboote zu positionieren, brachte einen günstigen Winkel nach Lorient, nördlich eines nach Südosten ziehenden Hochdruckgebiets.
Am 9. September um 12:00 UTC führte DMG MORI Global One mit 10 Seemeilen Vorsprung auf Francesca Clapcichs 11th Hour Racing. Paul Meilhats United by the Ocean lag weitere 13 Seemeilen hinter dem Zweitplatzierten. Boris Herrmanns Team Malizia segelte am weitesten nördlich und hatte 35 Seemeilen Rückstand auf die Spitze.
Geschwindigkeit vor Gegnerkontrolle
Auf DMG MORI berichtete Samantha Davies vom schnellen Segeln unter dem J0-Vorsegel, betonte aber auch den weiterhin nötigen Einsatz. Auf United by the Ocean genoss die portugiesische Co-Skipperin Mariana Lobato die ruhigere See nach mehreren schwierigen Tagen unter Deck. Die Crew wechselte sich am Steuer ab, um Balance und scheinbaren Windwinkel möglichst effizient zu nutzen.
Meilhat erklärte, dass der beste Winkel zur Ziellinie wichtiger sei als die Kontrolle eines Konkurrenten. Sein Teamkollege Benjamin Ferré sah vier unterschiedliche Strategien und vier weiterhin siegfähige Crews.
Ein erneutes Zusammenrücken blieb möglich
Der Bericht kündigte schwächeren Wind nahe der französischen Küste und möglicherweise sinkende Abstände an. Nico Lunven warnte auf DMG MORI, dass die Führung gefährdet bleiben könne. Die Prognose vom 9. September nannte für die ersten Zieleinläufe am Donnerstag, 10. September, ein Fenster von 12:00 bis 18:00 UTC, entsprechend 14:00–20:00 Uhr in Lorient.
Weiter hinten schienen Oliver Heers Embrace the Challenge und Conrad Colmans MSIG Europe ohne Foils eine direktere Route nehmen zu können. Colman berichtete von aufgeholten Meilen gegenüber dem neueren Foiler vor ihm und rechnete in diesem Bulletin mit einer Ankunft am Freitagnachmittag.
Team Malizia gewinnt die Super-Sprint-Serie
Team Malizia gewann am Mittwoch den letzten Super Sprint, den vierten von acht Durchgängen, und sicherte sich die Gesamtwertung vor DMG MORI Global One. Team Francesca Clapcich powered by 11th Hour Racing vervollständigte das Podium. Dieses Ergebnis betrifft die Sprintserie und ist von der Zielreihenfolge der Atlantikregatta zu unterscheiden.
Lorient begrüßt die Regatta an Land
Der Ocean Live Park eröffnete am 9. September in La Base mit Lorients Bürgermeister Fabrice Loher, IMOCA-Präsident Antoine Mermod und dem Vorsitzenden von The Ocean Race, Richard Brisius. Das Programm läuft täglich ab 10:00 Uhr bis Sonntag, 13. September, mit Familienaktivitäten, Angeboten zur Meeresgesundheit, Schulprogrammen, Schnuppersegeln und Konzerten.
Die rund 3.000 Seemeilen lange Regatta verbindet gemischte Crews mit dem Einsatz für das Meer. Sie setzt eine Hochseetradition fort, deren jüngste Weltumsegelung 2023 in Alicante startete.
Aktuelle Informationen und die Berichterstattung zu den Zieleinläufen finden Sie auf der offiziellen Website von The Ocean Race Atlantic.
Titelbild: © Anne Beauge / DMG MORI Global One / The Ocean Race.