Sechzehn Einhandsegler starteten am 6. September 2026 in Les Sables-d’Olonne zum McIntyre Golden Globe Race. Vor ihnen liegt eine Weltumsegelung über rund 30.000 Seemeilen, ohne Zwischenstopp und ohne fremde Hilfe. Nach einem emotionalen Abschied und einem Start bei wenig Wind stellte die Biskaya die Teilnehmer rasch auf die Probe.
Dieser Bericht basiert auf der Mitteilung des Veranstalters vom 8. September. Die genannten Positionen geben den Stand vom 8. September 2026 um 12:00 UTC wieder.
Vier Jahre Vorbereitung und ein letzter Händedruck
Die letzten Tage an Land waren von Sicherheitskontrollen, Besprechungen und Abschieden geprägt. Sir Robin Knox-Johnston, der als einziger Teilnehmer das ursprüngliche Golden Globe Race 1968–69 auf der Suhaili beendete, verabschiedete jeden Skipper mit einem Händedruck und schlug damit eine Brücke zu den Anfängen des Rennens.
Tausende Zuschauer füllten die Stege im Hafen der Vendée, während die Boote im Abstand von zwei Minuten ausliefen. Historische Schiffe, darunter die Joshua und das Fischerboot Kifanlo, begleiteten die Flotte. Auch an Donald Crowhurst wurde erinnert: Sein Sohn Simon überreichte den Teilnehmern eine Gedenkmünze.
Vom Leichtwindstart in eine raue Biskaya
Henry Wootton passierte auf seiner Cape George 36 Privateer als Erster die letzte Marke des Küstenkurses. Auf 7 bis 12 Knoten Wind folgten Flautenfelder, bevor die Bedingungen auf See deutlich anspruchsvoller wurden. Für Dienstag, den 8. September, meldete die Rennleitung Südwestwind mit 25 bis 35 Knoten und etwa drei Meter hohe Wellen von vorn.
Seekrankheit, eindringendes Wasser und Erschöpfung erschwerten das Vorankommen. Helga Marie „Mara“ Løvenskiold Kveseth ruhte sich unter Deck der Showgirl aus. Ertan Beskardes auf der Miss Beagle räumte Erholung und Sicherheit Vorrang ein, bevor er am Dienstag weitersegelte.
Das neue GGR Window Live ermöglichte dem Publikum unmittelbare Einblicke in den Bordalltag. Das Videosystem überträgt nur vom Boot nach außen und verschafft den teilnehmenden Seglern keinen Zugang zu externer Routenberatung. Traditionelle Navigation bleibt ein Kernbestandteil des Rennens.
Frühe Reparaturen fordern die Skipper
Louis Kerdelhué erwog die Rückkehr in den Hafen, nachdem sich am 8. September der Steuerkopf der Hydrovane-Windsteueranlage auf seiner Biscay 36 IE Charge gelockert hatte. Laut Mitteilung hielt eine provisorische Reparatur, sodass er weitersegeln konnte.
Pär Nymans Lazy Otter kehrte nach einem vorherigen Riggproblem mit einem Ruderschaden nach Les Sables-d’Olonne zurück. An Land zeigte sich ein gebrochener Bolzen; ein weiterer brach beim Ausbau. Jean-Luc van den Heede half bei der Beschaffung von Ersatzteilen, und die Reparaturen wurden abgeschlossen. Im Bericht vom 8. September bereitete Nyman seine Rückkehr ins Rennen vor und hoffte, am 9. September wieder auslaufen zu können.
Guillou führte beim Stand vom 8. September
Am 8. September um 12:00 UTC lag Damien Guillou auf seiner Rustler 36 Solarem vorn, nachdem er die südliche Route durch die Biskaya gewählt hatte. Die nördliche Gruppe hatte auf einen früheren Winddreher gesetzt, der jedoch beide Gruppen fast gleichzeitig erreichte. Der Veranstalter warnte damals vor einer drohenden Hochdruckphase, die das Weiterkommen erschweren und die Passage um Kap Finisterre besonders wichtig machen könnte.
Drei große Kaps und ein Fototor auf Lanzarote
Die Route führt um das Kap der Guten Hoffnung, Kap Leeuwin und Kap Hoorn zurück nach Les Sables-d’Olonne. Sie umfasst ein Fototor bei Marina Rubicón auf Lanzarote und später ein weiteres bei Hobart. Diese Kontrollpassagen gehören zur geplanten Weltumsegelung ohne Zwischenstopp. Der Veranstalter rechnet mit sieben bis acht Monaten auf See.
Aktuelle Positionen zeigt der offizielle Live-Tracker. Quelle: Golden Globe Race, 8. September 2026. Titelkarte: GGR2026.