Die neue SHIFT 54+ von Shift Yachts stellt Segelleistung, Gewichtskontrolle und elektrische Autonomie über das Prinzip maximalen Volumens, das weite Teile des Marktes für Fahrtenkatamarane geprägt hat.

Draufsicht auf Deck und Vordeck der SHIFT 54+
Die SHIFT 54+ von oben mit ihren langen Bügen und der zentralisierten Massenverteilung. Bild: Shift Yachts.

Der neue Entwurf stammt von Shift-Yachts-Gründer Paul Hakes und richtet sich ausdrücklich an Eigner, die von einem Fahrtenkatamaran weiterhin ein lohnendes Segelerlebnis erwarten. Das „Plus“ steht sowohl für das Paket an Konstruktionsideen als auch – laut Werft – für drei zusätzliche Fuß nutzbarer Länge bei abgesenkten Heckplattformen.

Luftaufnahme von Heck und abgesenkten Plattformen der SHIFT 54+
Die abgesenkten Heckplattformen vergrößern die nutzbare Fläche vor Anker. Bild: Shift Yachts.

Statt Innenraumvolumen und Kabinenzahl zum Ausgangspunkt zu machen, hat Shift das Boot von der Segelplattform aus nach innen entwickelt. Entstanden ist ein 54-Fuß-Katamaran mit zentralisierten Massen, langen, wellendurchschneidenden Bügen, einem leistungsstarken Rigg und Systemen, die auch fernab des Stegs nachvollziehbar bleiben sollen.

Luftaufnahme von Vordeck, Mast und Trampolin der SHIFT 54+
Vordeck, Mastposition und offenes Trampolin spiegeln die leistungsorientierte Auslegung wider. Bild: Shift Yachts.

Gewicht dort, wo es zählt

Der Mast steht weit achtern und wird mit tiefen asymmetrischen Schwertern kombiniert. Die Ruder sitzen an den Heckspiegeln und sind um sechs Grad nach außen geneigt – eine Geometrie, die bei Krängung und steigenden Lasten den Halt verbessern soll. Die Bereiche in Bug und Heck bleiben bewusst frei, damit sich die Massen nahe der Yachtmitte konzentrieren und das Stampfen bei Seegang verringert wird.

Segelsysteme auf dem Achterdeck der SHIFT 54+
Segelbedienung und Deckssysteme sind rund um das Arbeitscockpit konzentriert. Bild: Shift Yachts.

Shift setzt bei Mast, Baum, Längsträger und Querträgern auf Carbon. Der drehbare Mast soll das Reffen vor dem Wind vereinfachen und, nach Luv gedreht, zusätzlichen Auftrieb erzeugen. Nach Angaben der Werft soll diese Kombination auch bei defensiver Fahrt mit einem Reff noch brauchbare Leistung ermöglichen.

Detail des Carbonmasts der SHIFT 54+
Carbonmast und Rigg sind zentrale Bestandteile des Konstruktionskonzepts. Bild: Shift Yachts.

Elektrische Autonomie ohne Blackbox

Das Energiekonzept basiert auf mehr als 4 kW Solarleistung und einer 43-kWh-Batteriebank, die Shift als Festkörperbatterie bezeichnet. Kühlung, Klimaanlage, Winschen und die meisten Verbraucher an Bord laufen direkt mit 48 V Gleichstrom; nur Kochfeld und Waschmaschine benötigen Wechselrichterstrom.

Blick auf Cockpit, Steuerstand und Pantry der SHIFT 54+
Cockpit, Steuerstand und Pantry sind eng verbunden, ohne den Arbeitsbereich beim Segeln einzuengen. Bild: Shift Yachts.

Ein Dieselmotor kann mit einem Hybridantrieb kombiniert werden, der leisen elektrischen Vortrieb und beim Segeln bis zu 4 kW Hydrogeneration ermöglicht. Leistungsstarke Lichtmaschinen oder Hybridgeneratoren können mit bis zu 10 kW nachladen. Die Bedienphilosophie ist bewusst zurückhaltend: Für die Hauptsysteme kommen konventionelle analoge Schutzschalter zum Einsatz, digitales Schalten bleibt der Beleuchtung und leichteren 24-V-Stromkreisen vorbehalten.

Steuerstand der SHIFT 54+
Der Steuerstand kombiniert konventionelle Segelbedienung mit den Elektro- und Navigationsanzeigen der Yacht. Bild: Shift Yachts.

Mehr Raum statt mehr Kabinen

Im Innenraum verlagert sich der Schwerpunkt auf Bewegungsfreiheit, Sichtachsen und handwerkliche Qualität. Tiefe Sitzmöbel, Holzfurniere, handbearbeitete Oberflächen und großzügige Stehhöhe treten an die Stelle des Drangs nach einer weiteren Kabine. Shift zufolge ist das zu öffnende Türsystem mehr als 300 kg leichter als eine konventionelle Verglasung und öffnet den Salon in weniger als zwei Minuten zum Cockpit über die volle Breite.

Blick vom Salon der SHIFT 54+ zum Navigations- und Steuerbereich
Der Salon setzt auf freie Sichtachsen, Bewegungsfreiheit und warme Oberflächen. Bild: Shift Yachts.

Das Cockpit lässt sich je nach Bedarf zum Segeln, Essen oder Entspannen nutzen. Die beiden Steuerräder können für eine geschütztere Ruderposition nach innen geschwenkt werden; die Doppelsitze am Steuerstand verwandeln sich in nach achtern gerichtete Liegen. Ein separater Sitzbereich vor dem Mast schafft zusätzlichen Außenraum, ohne das Trampolin zu schließen.

Essbereich im Cockpit über die volle Breite der SHIFT 54+ bei Dämmerung
Das Cockpit über die volle Breite ist sowohl fürs Segeln als auch für das Leben im Freien ausgelegt. Bild: Shift Yachts.

SHIFT 54+ Designgalerie

Weiter Blick auf Salon und Pantry der SHIFT 54+Koje in der Gästekabine der SHIFT 54+Anordnung von Cockpitsitzen und Steuerstand der SHIFT 54+Innenkorridor der SHIFT 54+ mit Nachtbeleuchtung
SHIFT 54+ Galerie: Salon und Pantry, Gästekabine, Cockpitsitze und der Gang zu den Kabinen. Bilder: Shift Yachts.

Ein klar fokussiertes Konzept

Die SHIFT 54+ ist eine bewusste Antwort auf Fahrtenkatamarane, die vor allem um maximales Volumen herum entworfen wurden. Wie überzeugend sie ist, wird sich letztlich auf dem Wasser zeigen, doch das Konzept ist schlüssig: Gewicht aus den Enden heraushalten, die von Seglern geschätzte Hardware und Rückmeldung bewahren, elektrische Kapazität intelligent einsetzen und großzügigen Wohnraum schaffen, ohne die Yacht in einen schwimmenden Wohnblock zu verwandeln.

Eignerkabine und breiter Innenkorridor der SHIFT 54+
Die Eignerkabine zeigt den Schwerpunkt auf Raum statt auf eine maximale Zahl an Kojen. Bild: Shift Yachts.

Weitere technische Daten und die ausführlichen „Why Shift“-Fragen und -Antworten der Werft finden Sie auf der offiziellen Website von Shift Yachts.

Offizielles Logo von Shift Yachts