Die neue SHIFT 54+ von Shift Yachts stellt Segelleistung, Gewichtskontrolle und elektrische Autonomie über das Prinzip maximalen Volumens, das weite Teile des Marktes für Fahrtenkatamarane geprägt hat.
Der neue Entwurf stammt von Shift-Yachts-Gründer Paul Hakes und richtet sich ausdrücklich an Eigner, die von einem Fahrtenkatamaran weiterhin ein lohnendes Segelerlebnis erwarten. Das „Plus“ steht sowohl für das Paket an Konstruktionsideen als auch – laut Werft – für drei zusätzliche Fuß nutzbarer Länge bei abgesenkten Heckplattformen.
Statt Innenraumvolumen und Kabinenzahl zum Ausgangspunkt zu machen, hat Shift das Boot von der Segelplattform aus nach innen entwickelt. Entstanden ist ein 54-Fuß-Katamaran mit zentralisierten Massen, langen, wellendurchschneidenden Bügen, einem leistungsstarken Rigg und Systemen, die auch fernab des Stegs nachvollziehbar bleiben sollen.
Gewicht dort, wo es zählt
Der Mast steht weit achtern und wird mit tiefen asymmetrischen Schwertern kombiniert. Die Ruder sitzen an den Heckspiegeln und sind um sechs Grad nach außen geneigt – eine Geometrie, die bei Krängung und steigenden Lasten den Halt verbessern soll. Die Bereiche in Bug und Heck bleiben bewusst frei, damit sich die Massen nahe der Yachtmitte konzentrieren und das Stampfen bei Seegang verringert wird.
Shift setzt bei Mast, Baum, Längsträger und Querträgern auf Carbon. Der drehbare Mast soll das Reffen vor dem Wind vereinfachen und, nach Luv gedreht, zusätzlichen Auftrieb erzeugen. Nach Angaben der Werft soll diese Kombination auch bei defensiver Fahrt mit einem Reff noch brauchbare Leistung ermöglichen.
Elektrische Autonomie ohne Blackbox
Das Energiekonzept basiert auf mehr als 4 kW Solarleistung und einer 43-kWh-Batteriebank, die Shift als Festkörperbatterie bezeichnet. Kühlung, Klimaanlage, Winschen und die meisten Verbraucher an Bord laufen direkt mit 48 V Gleichstrom; nur Kochfeld und Waschmaschine benötigen Wechselrichterstrom.
Ein Dieselmotor kann mit einem Hybridantrieb kombiniert werden, der leisen elektrischen Vortrieb und beim Segeln bis zu 4 kW Hydrogeneration ermöglicht. Leistungsstarke Lichtmaschinen oder Hybridgeneratoren können mit bis zu 10 kW nachladen. Die Bedienphilosophie ist bewusst zurückhaltend: Für die Hauptsysteme kommen konventionelle analoge Schutzschalter zum Einsatz, digitales Schalten bleibt der Beleuchtung und leichteren 24-V-Stromkreisen vorbehalten.
Mehr Raum statt mehr Kabinen
Im Innenraum verlagert sich der Schwerpunkt auf Bewegungsfreiheit, Sichtachsen und handwerkliche Qualität. Tiefe Sitzmöbel, Holzfurniere, handbearbeitete Oberflächen und großzügige Stehhöhe treten an die Stelle des Drangs nach einer weiteren Kabine. Shift zufolge ist das zu öffnende Türsystem mehr als 300 kg leichter als eine konventionelle Verglasung und öffnet den Salon in weniger als zwei Minuten zum Cockpit über die volle Breite.
Das Cockpit lässt sich je nach Bedarf zum Segeln, Essen oder Entspannen nutzen. Die beiden Steuerräder können für eine geschütztere Ruderposition nach innen geschwenkt werden; die Doppelsitze am Steuerstand verwandeln sich in nach achtern gerichtete Liegen. Ein separater Sitzbereich vor dem Mast schafft zusätzlichen Außenraum, ohne das Trampolin zu schließen.
SHIFT 54+ Designgalerie
Ein klar fokussiertes Konzept
Die SHIFT 54+ ist eine bewusste Antwort auf Fahrtenkatamarane, die vor allem um maximales Volumen herum entworfen wurden. Wie überzeugend sie ist, wird sich letztlich auf dem Wasser zeigen, doch das Konzept ist schlüssig: Gewicht aus den Enden heraushalten, die von Seglern geschätzte Hardware und Rückmeldung bewahren, elektrische Kapazität intelligent einsetzen und großzügigen Wohnraum schaffen, ohne die Yacht in einen schwimmenden Wohnblock zu verwandeln.
Weitere technische Daten und die ausführlichen „Why Shift“-Fragen und -Antworten der Werft finden Sie auf der offiziellen Website von Shift Yachts.